Streiflichter Nr..219 vom 8.11.2013

(1) Ich sage nur: 805

Im Streiflicht Nr. 207.4 notierte ich über einem im vergangenen Sommer in Vera Playa (Spanien) unternommenen Weltrekordversuch im Nacktbaden. Nach einigem Hin und Her wurde der Versuch durch die Guinness-Organisation als erfolgreich anerkannt, so dass sich die 729 Nackten als Weltrekordhalter fühlen durften.

Das konnten – wie schon vermeldet – die Amis natürlich nicht auf sich sitzen lassen und meldeten für den 03. November 2013, also den vergangenen Sonntag, ihrerseits einen Rekordversuch an. Als Ort des Geschehens war der Haulover Beach in Florida auserkoren worden, um den sich die „South Florida Free Beaches (SFFB)“ verdient gemacht. Sie kam hier in den Streiflichtern schon häufiger vor und übernahm für den „Weltrekordversuch“ die Rolle des Ausrichters. Aber auch die „The Naturist Society (TNS)“ und die „American Association of Nude Recreation AANR)“ hatten geladen.

Schon am Vortag begannen die technischen Vorbereitungen, als sich die ersten zur Teilnahme anmelden konnten :


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Bei - mit deutlich über 25 Grad – zwar hinreichend warmem aber auch sehr windigem Wetter kamen am vergangenen Sonntag viele zum Strand, um sich zu beteiligen.

Gegen Abend des gleichen Tages erreichte mich die Nachricht, dass im Ergebnis über 805 Nackte gezählt wurden. Die Unterlagen wurden sogleich bei der Guinness-Organisation eingereicht, so dass die Rekord-Trophäe wohl von Europa nach den USA gehen wird.

Richard Mason und Norma Mitchell (beide von besagter SFFB) dürfen sich schon jetzt über die damit verbundene Reklame für ihren Strand und fürs Nacktsein freuen.

Aber Obacht !

Hier im Regie-Raum ist es bereits bekannt :

Im kommenden Jahr wird es wohl einen weiteren Weltrekordversuch in Spanien geben - um die Trophäe wieder zurückholen.

Und aus Sydney kommt die Info, dass sie sich dort auch um den Titel bemühen werden.

Wenn es nach mir geht, kann das ruhig noch ein wenig so weitergehen.


(2) Rebecca im Interview

Die Fachleute wissen es bereits :

Der mit inzwischen über 1200 Mitgliedern auch in der INF organisierte dänische Naturistenverband „Danske Naturister (DN)“ verfügt über mehrere Ortsgruppen, die für sich und Freunde immer wieder neue nackte Programme organisieren. Im gewissen Sinne dienen die „Danske Naturister“ der INF als Versuchs-Labor, denn was dort funktioniert, kann – mit leichten Anpassungen – häufig auch anderswo zum Erfolg beitragen.

Eines der dortigen Vorhaben ist eine kleine Serie von Interviews zu Themen aus dem Naturismusbereich, die Henriette Jakobsen geführt hat bzw. in naher Zukunft führen wird.

Vor wenigen Tagen viel mir eines ihrer Interviews in die Hände, in dem sie Rebecca (24) befragte, die sich darin als „versteckter“ Hippie mit ausgeprägtem Hang zur Bio-Ernährung zu erkennen gab.


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(Rebecca)

Sie ist zum Nacktsein durch ihren Mann Rasmus gekommen, mit dem sie sich einen “nackten Freiraum” geschaffen hat. Einen Raum ohne Fernseher, denn ein TV-Gerät, so Rebecca weiter, setzt ihr enge Grenzen, behindert die Fantasie und wirkt dadurch entwicklungshemmend.

Vielleicht denkt sie dabei auch an ihre Tochter ?

Sie soll inmitten von Obstbäumen aufwachsen. Dort steht auch ein Zelt (genauer : ein “Tipi“), das innen übrigens weit geräumiger ist, als es von außen erscheinen mag :


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Mich erinnert das entfernt an das Naturistencamp (NC) bei Bonn, wo ich mich – vor vielen, vielen Jahren – schon einmal kurz aufgehalten habe.

Auch interessant :

Sowohl Rebecca als auch Rasmus haben sich an mindestens einem der Nacktpicknicks im Park der dänischen Stadt Aalborg beteiligt :


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Vermutlich werden wir von Rasmus und Rebecca in naher Zukunft noch hören. Ich werde es jedenfalls so einrichten.


(3) INF lädt zur Schwimmgala ein

An diesem Wochenende ist Sieglinde, die Präsidentin der INF, in Piriac-Sur-Mer an der Nordatlantikküste Frankreichs. Angela und J. Russell von der BN sind auch da.

Und ... und ... und Stéphane Deschênes ?

Der war - erst vor einer Woche aus Kanada angereist – heute Mittag noch in Paris. Oh Mann, was will der denn jetzt noch in Paris ? Er soll sehen, dass er nach Piriac-Sur-Mer kommt.

Denn dort findet an diesem Wochenende (09-10.11.13) die große Internationale INF Schwimmgala statt.

„Gala“ - das erzwingt feierliche Kleidung. In kurz: Nackt.

Zum „ich weiß nicht wievielten Male“ messen sich die Nacktschwimmer der INF in über 16 Disziplinen. Typischerweise kommen dabei einige 100 Teilnehmer und Teilnehmerinnen aller Altersklassen zusammen. Es ist eines der großen, wenn nicht das größte INF-Ereignis.

Leider kann ich noch nicht in die Zukunft schauen und daher hier nicht von den Ergebnissen berichten, aber damit sich jeder vorstellen kann, wie das so aussieht, hier ein Bild von einem der zahlreichen, vorjährigen Wettkämpfe :

INF Schwimmgala (Archivbild)
(Archiv)

Das soll aber noch nicht alles sein.

Regenmacher wäre nicht Regenmacher, wenn er da nicht noch einen drauf setzen würde. Sieglinde und die anderen können hier ja jetzt nicht mitlesen, weil sie sich auf die Wettkämpfe vorbereiten müssen, da kann ich also schon einmal etwas gesprächiger sein :

Also :
Erinnert ihr euch, dass ich in einem der letzten Streiflichter vom Nacktkegeln als dem nächsten „großen Ding“ notierte ? Wenn ich geahnt hätte, das das so schnell geht.
In diesen Wochen – aber noch nicht weiter sagen – erreichte mich aus dem Nord-Osten Frankreichs die Nachricht, dass dort in wenigen Wochen ein Nacktkegelturnier startet, zu dem eine in der FFN organisierte Gruppe einlädt. Schon jetzt haben sich dazu 55 Teilnehmende aus Frankreich und Belgien angemeldet. Das sind zwar noch keine 200 Personen, mit denen ich bei der nun beginnenden INF-Schwimm-Gala rechne, aber für eine dicke, eigene Notiz in den Streiflichtern wird mir das reichen. Dann ist es bis zur großen Internationalen INF-Nacktkegel-Gala nicht mehr weit.


(4) Spencer Tunick wieder in Chile ?

Ein Thema, das immer wieder hier aufkommt :

Spencer Tunick, der mit seinen großen Nackt-Installationen über die Jahre hinweg eine stabile Fan-Gemeinde um sich gescharrt hat. Wenn ich hier nun – noch bevor überhaupt feststeht, wann und wo denn nun die kommende Aktion in Chile geplant ist und er sich sogar intern und jetzt auch extern darüber beschwert, dass immer noch kein „grünes Licht“ von den Behörden dafür gegeben ist – hier darüber notiere, dann hat das natürlich seinen Grund.

Vor über einem Jahrzehnt gab es nämlich schon einmal eine Tunick-Aktion in Chile. Damals beteiligten ca. 5000 Personen. Es war sogar in gewisser Weise ein Einschnitt in die Geschichte Chiles.

Das hört sich reichlich überhöht an - ist es vielleicht sogar – aber ...

... es stimmt eben auch, dass Tunicks Nackt-Installation in der vielbeachteten chilenischen Film-Produktion „12 Días que estremecieron a Chile“ (was sich sinngemäß übersetzten lässt zu : „12 Tage, die Chile veränderten“) für die „errungene Freiheit“ stehen. Dort werden 12 großen geschichtlichen Ereignisse Chiles der letzten 50 Jahre durch eine Spielhandlung in der Alltagswelt der Chilenen nachgezeichnet.

Hier ein Ausschnitt, der auch ohne Sprachkenntnisse die Idee verdeutlicht :


http://vimeo.com/46105990

Darin wird das „sich nackt machen“ als individueller Befreiungsakt beschrieben. Ich persönlich bin keine Freund von Massenaufmärschen, will aber gerne zugeben, dass mit den im Film dargestellten Einzelschicksalen auch die Freiheit sichtbar gemacht wird.

Spencer Tunick will daran anknüpfen. Von seinem Team wurden zwischenzeitlich diverse Sets besucht, um eine Vorauswahl treffen zu können. Viele der Orte liegen übrigens außerhalb der Hauptstadt, was wiederum logistische Probleme aufwirft. Ob es aber dieses Mal - wie zunächst angesichts des politischen Films von mir vermutet – eine betont „politische Aktion“ oder vielleicht doch etwas mit „runden Linien“ wird, kann ich – hier in der ungewohnten Rolle des Nicht-Beteiligten - natürlich erst hinterher sagen.


(5) Das kleine FKK-Quiz

„Teste dein Wissen über die Geschichte der Freikörperkultur“ - so könnte man ein kleines Quiz überschreiben, das derzeit vom „Mitteldeutschen Rundfunk (MDR)“ angeboten wird.


http://www.mdr.de/damals/bild272742_h-180_v-teaserTop_w-512_zc-70949d92.jpg

Dem Sendegebiet der Rundfunkanstalt entsprechend, geht es dabei um die Geschichte der FKK in den neuen Bundesländern. Unter

http://www.mdr.de/damals/fkk-quiz102.html

sind 11 einfach zu beantwortende Fragen zu diesem Thema gestellt.

„Regenmacher, FKK gab und gibt es doch nicht nur in den neuen, sondern auch in den alten Bundesländern. Und in Frankreich, Spanien, Brasilien, Kanada, Neuseeland, Australien. Sogar in England. Wieso kommt das in dem Quiz nicht vor ?“

Das weiß ist nicht, aber wir können den Fragenkatalog natürlich erweitern. Zum Beispiel mit der Frage, nach einer ganz, ganz berühmten Persönlichkeit, die nun wirklich jeder kennt. Du kennst ihn auch.

Pass auf : Er ist schon etwas älter, wohnt bei Bonn, kennt sich nicht mit der deutschen Rechtschreibung und noch weniger mit der Kommasetzung aus, tut aber immer so, als ob er Ahnung hätte.

„Regenmacher, sag, wer soll das sein ?“

Ok, dann muss ich etwas helfen :
Sein Vorname fängt mit „m“ und sein Nickname fängt mir „r“ an.
Na – klingelt es ?

„Keine Ahnung, regenmacher, du sprichst in Rätseln.“

Mensch, guck dich doch mal um !

„Regenmacher, eine so schwierige Frage. Das kann doch keiner Wissen.“

Na gut, dann gebe ich es jetzt hier auf und mache Schluss.
Mit dem „berühmt werden“ ist das offensichtlich doch nicht so leicht.
Vielleicht sollte ich das lieber anderen überlassen.


Alle Grüße
michael regenmacher / strothjohann

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