Streiflichter Nr..237 vom 2.5.2014

(1) Unterwegs in offizieller Mission

In den letzten Tagen war Henk Jan Kamerbeek, der Direktor des mit rund 65000 zahlenden Mitgliedern weltweit größten Naturisten-Verbandes „Naturisten Federatie Nederland (NFN)“, im weiteren Bereich um die niederländischen Gemeinde Aa en Hunze in offizieller Mission unterwegs, um Plätze zu suchen, die für die naturistische Erholung geeignet sind.

Damit erfüllt er nicht nur die Wünsche der Mitglieder „seines“ Verbandes, die zu rund 2/3 keinem FKK-Verein angehören und daher zu einem großen Teil auf öffentlich zugängliche Plätze angewiesen sind, sondern auch die vor einer Woche bei einem Treffen mit dem Bürgermeister besagter Gemeinde, Herrn Eric van Oosterhout, getroffene Abmachung. Eric van Oosterhout hatte der NFN zuvor eröffnetet, dass der dort bisher nur naturistischen Erholung genutzte Platz „Grote Moere“ nicht mehr zur Verfügung stehe, da dieser zwischenzeitlich zu sehr als Sex-Treffpunkt beworben und benutzt worden sei und damit wohl seine Eignung als Ort zur naturistischen Erholung verloren habe. Es solle – so deutete der Bürgermeister schon in den vorhergehenden Schreiben an – nach geeignetem Ersatz gesucht werden.

Das muss kein Nachteil sein, denn mit etwas Geschick lässt sich sogar eine Verbesserung für die niederländischen Naturisten ( konkret: noch schönere Plätze ) herausholen.

Das war der eigentliche Grund für die Mission von Henk Jan Kamerbeek, über die vorgestern auch durch rtv-drenthe berichtet wurde :


http://www.rtvdrenthe.nl/nieuws/alternatieven-genoeg-aa-en-hunze-voor-naaktrecreanten

Darin erläutert Henk Jan Kamerbeek die wichtigsten Kriterien, die ein Ersatz erfüllen sollte :

Neben der guten Lage (= sowohl für die Nackten als auch für die Ordnungskräfte verkehrstechnisch leicht zu erreichen), einem nahen, auch zum Baden/Schwimmen geeigneten Wasser mit hinreichend großem Sandstrand und Liegewiese nennt er auch die Forderung nach einem gewissen Grad von „Öffentlichkeit“ – nicht um den Bedürfnissen der Exhis und Sex-Jünger nachzukommen – sondern um sie fern zu halten, weil dann deren Handeln durch das auch in den Niederlanden gültige Sexualstrafrecht, das sich im übrigen gar nicht einmal so sehr von dem hiesigen unterscheidet, leichter geahndet werden kann.

Vor gar nicht all zu langer Zeit hieß es noch, dass geeignete FKK-Orte „versteckt gelegen“ sein sollten, was von Vornherein viele schöne Orte ausschloss. Die neuere Forderung nach einem „offenen Gelände“ erhöht hingegen die Zahl der möglichen Orte, was sich auch in der Überschrift der Meldung von rtv-drenthe widerspiegelt :


„Alternatieven genoeg in Aa en Hunze voor naaktrecreanten“
„ [Mehr als] genug Alternativen für die Naturisten in 'Aa en Hunze' “

Auf zur nächsten Notiz, in der es mir ums „Nacktgärtnern“ geht - einer bisher nur unzureichend genutzten Idee zum Vermarkten des nackten Lebens.


(2) Nackt im Garten

Am morgigen Samstag, den 03.05.2014, feiern wir den „World Naked Gardening Day (WNGD)“, der nun schon seit einem Jahrzehnt und seit 2007 immer am ersten Samstag im Mai ( also am Tag vor dem „Tag der Permakultur“) begangen wird und die Hobby-Gärtner der Welt darauf hinweisen soll, dass es eine besondere Erfahrung sein kann, den Garten nackt zu bestellen.


http://wngd.org/media_web_elements/WNGDheader_4.jpg

In der Tat kommt dem Nacktsein in der (gärtnerisch gestalteten) Natur eine ganz besondere Bedeutung zu. So gesehen ist es schon erstaunlich, dass die werbende Wirkung des symbolträchtigen Tages bis dato von kaum einer Naturisten-Organisation mit all seinen Möglichkeiten genutzt wird, dabei haben Mark Storey und Jacob Gabriel, die Begründer des WNGD, schon vor langem die werbende Wirkung eines solchen, symbolischen Tages erkannt.

Die amerikanische „The Naturist Society (TNS)“ hat allerdings schon frühzeitig in ihrem Nachrichtenblatt „Nude & Natural“ das Thema des WNGD beworben, z.B. mit folgendem Titelbild zum „Organic Gardening“ :


http://www.internaturally.com/contents/media/l_NN26.2.jpg

Erfreulicherweise findet die Bewegung inzwischen erste Unterstützung bei den jüngeren Naturisten, soweit sie sich trotz des Arbeitsaufwandes – Gartenbesitzer wissen wovon ich schreibe – dem Garten-Hobby zuwenden, wie z.B. folgendes, allerdings inzwischen schon 3 Jahre altes Bild nahelegt :


http://29.media.tumblr.com/tumblr_ll54hxYXva1qe7xwio1_500.jpg

Ebenfalls aus dem amerikanischen Raum stammt folgende Aufnahme, die besagten Mark Storey bei der Gartenarbeit zeigt :


http://immortallife.info/images/uploads/thumbs/110512-gardeningDay-hmed-729p.grid-7x2.jpg
http://msnbcmedia3.msn.com/j/MSNBC/Components/Photo/_new/110512-gardeningDay-hmed-729p.grid-7x2.jpg

Und auch in Europa findet die Bewegung erste Unterstützung in den FKK-Vereinen und Verbänden, wie folgendes Foto von der „Association pour la promotion du naturisme en liberte (Apnel)“ in der „Federation Francaise de Naturisme (FFN)“ verdeutlicht :


http://www.apnel.fr/forum/img/jardinue1.jpg

Gestern zitierten die „Danske Naturister (DN)“ – offensichtlich durch den anstehenden WNGD angeregt – einen fast schon 2 Jahre alten Artikel „Må du gå nøgen rundt i haven?“ („Gehen Sie nackt in ihren Garten ?“)


http://www.bolius.dk/fileadmin/_processed_/csm_Maa_du_gaa_noegen_rundt_i_haven_pic1_1d4d819ea4.jpg

in dem bei eventuellen Problemchen mit den Nachbarn dazu geraten wird, selbige – typisch dänisch – „med en snak over en kop kaffe“ (mit einem Plausch bei einer Tasse Kaffee) zu lösen.

Was lehrt uns das ?
In dieser Sache gibt es noch ein ganz gewaltiges Entwicklungspotential, das nun durch geeignete Veröffentlichungen in den Hobby-Gärtner-Magazinen genutzt werden soll.

Diese Veröffentlichungen werden vornehmlich bei dem - bisher mit der nackten Sache noch nicht beschäftigten - „Gärtner-Volk“ dafür werben, es einmal mit dem Nacktsein (z.B. im eigenen Garten) zu versuchen. Ein solcher Versuch muss natürlich nicht am morgigen, vermutlich deutschlandweit etwas kühlen WNGD, sondern kann auch im warmen, sonnigen Hochsommer unternommen werden.

So machen es die Naturisten in Kanada, die den WNDG wegen des auch in Kanada derzeit kühlen Wetters kurzerhand auf den 07.06.2014 verschoben und in „Naked Canadian Gardening Day (NCGD)“ umbenannt haben.

Es gibt also reichlich Gelegenheit und Anlass, fürs „nackt gärtnern“ zu werben.


(3) Nackt-Camping in Dänemark

Die „Danske Camping Union (DCU)“ sieht sich als Interessenvertretung der Camper Dänemarks. In dieser Eigenschaft gibt sie die monatliche Zeitschrift „Camping & Fritid“ (Camping und Freizeit) heraus, in der sie zu Campingthemen informiert.

Ich habe – obwohl nicht sonderlich in Camping-Themen bewandert – mir besagte Zeitschrift etwas näher angesehen. Wie erwartet finden sich darin „Test von Campingausrüstungen“, „Vorstellung von Campingplätzen“, „Reiseberichten von Campingfreunden“ und auch sonst noch alles, was das Campingherz vermeintlich erfreut. Es ist so zusagen eine Zeitschrift aus dem Bereich „Special-Interest“, die dann gelegentlich auch noch auf juristische Fragen zum Camping eingeht.

Soweit – so gut.

Und nun kommt es besser.

Denn die aktuelle Ausgabe vom Mai 2014 enthält einen sehr ausführlichen Heftteil, der sich mit dem Naturismus/Nudismus beschäftigt. Einem Thema, das dem Camping nahe liegt, wie mir unsere Freunde aus dem DFK allesamt bestätigen werden.

Hier das Titelbild der Camping-Zeitschrift,


https://fbcdn-sphotos-g-a.akamaihd.net/hphotos-ak-ash3/t31.0-8/p720x720/1658666_10152199831538075_2007397249144092058_o.jpg

die damit nicht nur deutlich auf einen der wichtigsten Schwerpunkte dieser Ausgabe hinweist, sondern mit „Unge ta'r på naturist camping“ auch gleich einen Zusammenhang zwischen „Jugend / jungen Leuten“ und „FKK-Camping“ herstellt.

Wohlgemerkt :
Zur Zielgruppe der Zeitschrift bzw. deren ausführlichen Innenteil gehört nicht der an und für sich hoffentlich schon von der nackten Sache überzeugte Naturist/Nudist, sondern der gewöhnliche Camper, der an das Thema herangeführt werden soll.

Das die Sichtbarkeit der nackten Sache in der Camping-Zeitschrift und an anderer geeigneter Stelle durchaus Wirkung zeigt, wurde mir erst vor wenigen Tagen wieder deutlich, als mich die Nachricht erreichte, dass ein Campingplatz, der vor nicht all zu langer Zeit für wenige Tage von den Danske Naturister bei einem ihrer Inselausflüge genutzt wurde, aufgrund der positiven Erfahrungen nunmehr das ganze Jahr einen Teilbereich den Nackten reservieren will.


(4) Erdfarben

Vor etlichen Jahren bin ich Anke Rammé Firlefanz in einem der Bonner Naturisten-Camps begegnet, als ich dort kurz vorbeischaute, um am grauen Brett eine Info zu einer meiner Nacktwanderungen anzuheften. Sie machte auf mich einen – nennen wir es einmal – „mit Energie aufgeladenen“ Eindruck, der mir sogleich die Frage auftischte, woher die Energie kommt und wie lange ihr Fluss noch anhalten kann.

Offensichtlich hat es bis in die jetzigen Tage gereicht, denn kürzlich kam mir die Information zu einer ihrer Veranstaltungen auf den Bildschirm. Danach will sie sich Anfang Juni mit ihren Freundinnen unweit von Passau zu einem Frauenseminar „Körpermalerei“ treffen. Auch „Magie“ und „Tanz“ stehen auf dem Programm, in dessen Mittelpunkt die durch „spielerisch-magische Rituale verstärkte“ Frauenkraft steht. Man könnte es vielleicht auch „Frauenpower“ nennen.

http://www.anke-firlefanz.de/tdetails.php?id=188

Obwohl :
Auch bei ihr gilt, was für fast alle Frauen gilt : Das „Nackt“ hat bei ihr nicht den „lauten, spitzen“ Klang, den ich sonst vernehme, sondern kommt irgendwie „weicher“ daher. Das gilt meiner Erfahrung nach nicht nur für körpermalende, sondern auch für alle nacktwandernde Frauen.

Vielleicht existiert sogar ein frauenspezifischer Zugang zur gemeinschaftlichen Nacktheit ?

Bevor ich mich hier jetzt aber auf Glatteis begebe, will ich doch lieber zwei Bilder vom Walpurgis-Treffen des vergangenen Jahres zitieren :


https://scontent-b-ams.xx.fbcdn.net/hphotos-frc3/t1.0-9/10308078_10203170278794297_2106444945527526217_n.jpg
( links : Anke )


https://fbcdn-sphotos-h-a.akamaihd.net/hphotos-ak-prn2/t1.0-9/10259783_10203170273154156_7768875313922889656_n.jpg

„Erdfarben“ - der Titel würde auch zu vorstehendem Bild passen.

Nun kommt das Schlusslicht, in dem es um den – auch dieses Wort würde vielleicht gut zu Anke und ihren Freundinnen passen – „Sonnenwind“ geht :


(5) Nackt im Sonnenwind

„Nackt im Sonnenwind“ - das ist ein Titel, wie für regenmachers Schlusslicht gemacht.

Denn hinter dem romantisch klingende „Sonnenwind“ steckt ein astrophysikalischer Fachbegriff, der einen immerwährenden Strom von elektrisch geladenen Teilchen meint, dessen Quelle unsere Sonne ist, von der dieser „Wind“ mit Geschwindigkeiten in der Größenordnung von einigen 1000 Km / Sekunde ( wohlgemerkt : je Sekunde) in den interplanetaren Raum bläst und dann mit solcher Geschwindigkeit gegen das Erdmagnetfeld prallt.

Wenn dieser „Sonnenwind“ einmal – wegen eines vorhergehenden, etwas größeren Ausbruchs in den äußersten Bereichen der Sonne – recht „böig“ ausfällt, kann er sogar gelegentlich das Erdmagnetfeld etwas „verbiegen“. Dann gelangen besonders viele dieser Sonnenwind-Teilchen bis in die obersten Bereiche der Erdatmosphäre, wo sie u.a. mit den dortigen Sauerstoffatomen zusammenstoßen, was dann zu einem „grünlichen“ Leuchten führt. Das ist das Nordlicht, gelegentlich auch Polarlicht genannt, weil es in den Polarregionen besonders häufig zu beobachten und dort eigentlich gar nicht einmal so selten ist.

So stammt folgende Aufnahme meiner Erinnerung nach aus Norwegen :


http://www.itromso.no/nyhet/article6982621.ece/BINARY/w980-adaptive/naking.jpg
https://fbcdn-sphotos-b-a.akamaihd.net/hphotos-ak-prn1/t1.0-9/150993_576302802395908_1690889333_n.jpg
Bild: Øystein Solbakken (2012)

„Nackt im Sonnenwind“ - das ist nicht der Titel, den ich vorstehendem Foto gebe.

Tatsächlich wirkt ein solches Naturschauspiel – besonders dann, wenn man es zum ersten Mal sieht – ja auch ganz schön imposant.

Da setzte ich jetzt noch einen drauf :

Hier ein in Echtzeit (also ohne Zeitraffer) aufgenommenes Video, das in seiner zweiten Hälfte die hohe Dynamik des sich dauernd über große Winkelbereiche des Himmels ändernden und darum auch „mächtig“ wirkenden Polarlichtes verdeutlicht :


http://www.youtube.com/watch?v=dGQ7EZs5xu8


Auch sehr schön ist das folgende, ebenfalls in Echtzeit aufgenommene Video, welches zudem etliche Zelte im Vordergrund zeigt :

http://voyage.gentside.com/canada/une-aurore-boreale-filmee-en-temps-reel_art1885.html

Zum letztgenannten Link :
Bei den kleinen fast, unbeweglichen „Flecken“ (z.B. ab der Minute 2:00) im sich schnell in seiner Form ändernden Polarlicht handelt es sich um davorstehende Wolken, die längst nicht die Höhe erreichen, in denen die Polarlichter entstehen.

Schluss für heute.


Alle Grüße
michael regenmacher / strothjohann

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